Adipositaschirurgie

Adipositas (Fettleibigkeit) gilt als eine von der Weltgesundheits-Organisation anerkannte chronische Krankheit. Sie ist eine Krankheit, die eine Vielzahl ernster Folgeerkrankungen nach sich ziehen kann.

Das Risiko, Folgeerkrankungen zu entwickeln, nimmt mit steigendem BMI (body-mass-index) zu. Die Lebenserwartung bei morbider Adipositas ist zum Teil deutlich verkürzt.

Ein gutes Maß für die Adipositas ist der BMI (Körpergewicht dividiert durch das Quadrat der Körpergröße in Meter). Etwa ein Viertel der Deutschen haben einen BMI größer 30 und gelten als adipös, etwa 1,5 % der Bevölkerung weisen einen BMI größer 40 auf – spätestens hier besteht dringender Therapiebedarf.

(c) www.BMI-Rechner.net | BMI Rechner

Die Adipositas hat in den letzten Dekaden in Deutschland erheblich zugenommen. Etwa ein Viertel aller Männer und Frauen gelten mit einem BMI größer 30 als adipös. Adipositas betrifft auch Kinder, jedes fünfte schulpflichtige Kind ist bereits übergewichtig oder adipös. Die Folgeerkrankungen und Langzeitschäden stellen ein riesiges Problem dar. Konservative Therapien sind bei morbider Adipositas jedoch leider zumeist erfolglos.

Die Adipositaschirurgie, auch bariatrische Chirurgie genannt, hat sich in den letzten Jahren zunehmend etabliert und stellt das effektivste Therapiekonzept dar, um dauerhaft einen Gewichtsverlust bei Patienten mit morbider Adipositas zu erreichen. Sie erfolgt auch in unserer Klinik ausschließlich laparoskopisch. Durch Vermeidung eines großen Bauchschnittes konnten die Komplikationsraten gesenkt und die Akzeptanz der Verfahren erheblich gesteigert werden. Als primäres Operationsverfahren erfolgt bei uns die Schlauchmagenbildung oder Roux-Y-Magen-Bypassanlage.

Für eine Operation kommen Patienten mit einem BMI ab 40 kg/m2 oder auch schon ab BMI 35kg/m2 in Frage, falls bereits erhebliche Folgeerkrankungen bestehen. Die Operationen sind jedoch keine  Regelleistung der Krankenkassen. Sie werden derzeit von den Krankenkassen erst als letztes Mittel (ultima ratio) in der Behandlung der morbiden Adipositas angesehen.

Vor einer Operation muss jedoch zumeist ein strukturierter Abnehmversuch über mindestens sechs Monate erfolgen, bevor eine Operation bei der Krankenkasse beantragt werden kann (multimodales Therapiekonzept). Liegt der BMI über 60, wird eine konservative Therapie als aussichtslos angesehen, ein multimodaler Abnehmversuch ist nicht mehr erforderlich.

Nach bariatrischen Operationen verlieren Adipöse oft 50% bis 70% ihres Übergewichts. Zwei Drittel der Patienten verlieren mindestens 50% ihres Übergewichtes und nehmen dieses 10 Jahre oder länger nicht wieder zu. Die Mortalität (Sterblichkeit) nach bariatrischen Operationen betrug 2013 in der deutschen Qualitätssicherungsstudie  (german bariatric study registry)  0,21% (15  von 7126 operierten Patienten). Durch die operative Behandlung der Adipositas verbessert sich oder verschwindet der vorhandene Diabetes mellitus zumeist schlagartig, bei anderen Folgeerkrankungen wie der Hypertonie, dem Schlafapnoe-Syndrom oder der Hyperlipidämie kommt es oft zu einer erheblichen Besserung.  Studien belegen, dass die Lebenserwartung insgesamt steigt. Insgesamt ist bei vielen Patienten das Risiko, nicht zu operieren, größer als das Risiko denkbarer Komplikationen der Adipositaschirurgie.

Wir bieten Ihnen im St. Marien-Hospital eine Spezialsprechstunde Adipositas an. Hier erfolgt zunächst eine ausführliche Klärung Ihrer Situation und es erfolgt eine Beratung sowie eine Empfehlung über die nächsten Schritte. Wird prinzipiell eine Operation geplant, so wird ein multimodales Therapiekonzept gemeinsam mit dem Patienten geplant. Am St. Marien-Hospital bieten wir alle Bausteine eines multimodalen Abnehmversuches an. Der Antrag zur Kostenübernahme bei den Krankenkassen wird im Verlauf gemeinsam erarbeitet. Der Leiter der Klinik für Chirurgie, Dr. med. Hans-Peter Wüllenweber, hat in der Vergangenheit bereits erhebliche Erfahrungen in der Adipositaschirurgie sammeln können.

Terminvereinbarung Adipositas-Sprechstunde

Montags ab 13:00 Uhr
Sekretariat Dr. Wüllenweber: Frau Eßer Tel: 805-188

Unsere Kooperationspartner

Frau Petra Deuker, Ernährungsberaterin am St. Marien-Hospital
Herr Dr. med. Thomas Heyer, Gastroenterologie
Herr Dr. med. Christian Schäfer, Pulmonologie
Herr Dr. med. Rainer Terhorst, Anästhesiologie
Dr. med. Stephan Grothe, Sozialpädiatrisches Zentrum
Dr. Sportwiss. Ronald Kayser, Sozialpädiatrisches Zentrum
Herr Rolf Merten, Gesundheitszentrum am St. Marien-Hospital