Minimalinvasive Chirurgie - Schlüssellochchirurgie

Die Entwicklung zu weniger belastenden Eingriffen in der Medizin und besonders in der Chirurgie  setzt sich immer weiter fort. Einige Eingriffe werden bei uns heute fast ohne Ausnahmen minimalinvasiv durchgeführt, aber auch komplexe Operationen im Bauch- und Brustraum können immer öfter minimalinvasiv erfolgen, Dazu gehören Dickdarmentfernungen, Operationen am Magen, am Dünndarm, an der Leber und der Bauchspeicheldrüse. Neben dem Einsatz der minimalinvasiven Technik in den vergangenen Jahren vorwiegend bei gutartigen Erkrankungen wie Gallensteinleiden, Reflux, Blinddarm und Leistenbruch, wird sie heute zudem bei Krebserkrankungen angewandt.

Zu Beginn der 1990er Jahre etablierte sich die laparoskopische Chirurgie. Die erste Appendektomie (Blinddarmentfernung) in der minimalinvasiven Technik erfolgte 1983 durch Semm in Kiel, die erste Cholezystektomie (Gallenblasenentfernung) 1986 durch Mühe in Böblingen. Seitdem erfolgten nahezu alle bauchchirurgischen Operationen auf diesem Weg.

Bei der minimalinvasiven Technik wird auf einen großen Bauchschnitt verzichtet, wie er bei der konventionellen oder offenen Chirurgie erforderlich ist. Bei der Bauchspiegelung wird die Bauchhöhle aufgedehnt, indem Kohlendioxydgas eingeleitet wird, sodass der Chirurg unter guter Sicht operieren kann. Der operative Zugang erfolgt über kleine Hautschnitte, durch die die Instrumente und eine Miniaturkamera über Führungskanäle, sogenannte Trokare, in den Körper eingeführt werden. Die minimalinvasive Chirurgie ermöglicht auf diese Weise eine operative und gewebeschonende Therapie.

• Durch diese MIC-Technik können eine Vielzahl von Erkrankungen, die operativ behandelt werden müssen, ohne einen herkömmlichen Operationszugang behandelt werden.
• Die Folge sind eine schnellere Heilung und ein möglichst kurzer Krankenhausaufenthalt.
• Weniger Blutverlust
• Geringere Schmerzen
• Rasche Mobilität
• Rasche Wiederaufnahme der Arbeit
• Schonung kleinster Nerven/ Gefäße
• Günstigeres kosmetisches Ergebnis

Am St. Marien-Hospital erfolgt durch uns eine sehr große Anzahl von Operationen im Bauchraum minimalinvasiv. Operationen bei Blinddarmentzündung und Gallensteinleiden erfolgen fast ausschließlich per Bauchspiegelung. Der größere Anteil von Bruchoperationen, bei Leistenbrüchen, Nabelbrüchen und Narbenbrüchen erfolgt minimalinvasiv. Prinzipiell wird bei allen gutartigen Erkrankungen des Bauchraumes erwogen, die Operationen per Bauchspiegelung durchzuführen. Etabliert sind eine Vielzahl an größeren Operationen an verschieden Organen.  Zysten an der Leber können so entdeckelt, kleinere Lebertumore reseziert werden. Laparoskopische Dickdarmresektionen z.B. bei Divertikulitis, die Versorgung von Zwerchfellbrüchen bei Refluxerkrankung (Fundoplicatio und Hiatoplastik) sind etabliert.  Auch am Magen und auch an der Bauchspeicheldrüse können bei uns laparoskopische Operationen erfolgen. Darüber hinaus können auch extraperitoneale Erkrankungen z.B. an der Nebenniere minimalinvasiv erfolgen. Eine Besonderheit stellen Operationen bei Adipositas dar. Diese Operationen, in der Regel Magenschlauchbildungen (gastric sleeve resection) oder Magenbypassanlagen, erfolgten in der Vergangenheit vom Chefarzt ebenfalls ausschließlich laparoskopisch, also per Bauchspiegelung. Geplant ist der Aufbau eines Zentrums für Adipositas Chirurgie.