Gastroenterologie

Der Bereich der Gastroenterologie befasst sich mit Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, der Leber und Galle sowie der Bauchspeicheldrüse.

Ltd. Oberarzt Michael Dominiak, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie

Kernstück der Gastroenterologie ist die neue Endoskopieabteilung, die mit moderner Videotechnik (HDTV) pro Jahr rund 6500 Untersuchungen durchführt.

Chefarzt Dr. med. Thomas Heyer, Internist, Gastroenterologe und Proktologe, Ltd. Oberarzt Michael Dominiak, Internist und Gastroenterologe, Oberarzt Dr. med. Michael Laumen, Internist und Gastroenterologe, und ihr Endoskopieteam führen Spielgelungen des oberen und unteren Verdauungstraktes sowie der Gallen- und Bauchspeicheldrüsenwege mit hochflexiblen, dünnen Videoendoskopen durch. Sie ermöglichen Einblicke in das Innere des Verdauungstraktes, um Entzündungen, Einengungen, Geschwüre und schlimmstenfalls auch bösartige Geschwulste zu entdecken, zu klassifizieren und im Einzelfall auch vor Ort direkt zu behandeln.

Die Angst vor der unangenehmen Untersuchung lässt viele von der notwendigen Diagnostik zurückschrecken. Daher führen wir im St. Marien-Hospital alle endoskopischen Untersuchungen auf Wunsch routinemäßig mit kurz wirksamen Medikamenten durch, die den Patienten in eine kurze Schlafphase versetzen und die Untersuchung schmerzfrei und im Tiefschlaf unbemerkt für ihn ablaufen lassen.

Als Mitglied des Westdeutschen Darm-Centrums werden unsere Ergebnisse in der Behandlung des Dickdarmkrebses gemeinsam mit den Kollegen der Viszeralchirurgie/der MVZ Praxis Onkologie bundesweit  kontrolliert und verglichen. Bei bösartigen Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes können Chemotherapien in enger Absprache mit unseren Kollegen des MVZ Onkologie stationär oder ambulant erfolgen.

So können wir zur Abklärung von Sodbrennen, Oberbauchdruck und Infektionen mit Magenkeimen (Helicobacter pylori) den Magen rasch und völlig schmerzfrei spiegeln. Auch Dickdarmspiegelungen, um Blut im Stuhl oder Stuhlunregelmäßigkeiten abzuklären sowie um Polypen abzutragen, bieten wir routinemäßig an. Besonderer Schwerpunkt sind therapeutische Endoskopien. Beispielsweise führen wir Blutstillungen endoskopisch neben Unterspritzung mit Gummibandtechnik bzw. Clip-Technik durch. Passagestörungen, z. B. der Speiseröhre (Schluckbeschwerden, Steckenbleiben von Nahrungsbestandteilen) oder des Dickdarms (z. B. Narbenengen nach Operationen), können wir zum Teil mit Ballon, zum Teil mit Dilatatoren aufdehnen. Im Einzelfall können wir dadurch ansonsten notwendige Operationen umgehen. Tumorerkrankungen im Verdauungstrakt können wir durch Färbetechniken (Chromoendoskopie) und spezielle Endoskopietechnik (NBI) frühzeitig erkennen und in Frühstadien endoskopisch ohne Operation (Mukosektomie) behandeln. Bei fortgeschrittenen bösartigen Erkrankungen können wir Passagehindernisse durch Hitzetherapie (Argonbeamer) und Protheseneinlagen (Stents) wieder eröffnen.

Besondere Beachtung verdient die orale Endosonographie, eine endoskopische Ultraschalluntersuchung aus dem Inneren des Körpers. Sie ist eine einzigartige Möglichkeit der nichtinvasiven Diagnostik bei gastroenterologischen Krankheitsbildern. Dabei wird wie bei einer normalen Magenspiegelung eine Ultraschalluntersuchung wahlweise der Schleimhäute, der umliegenden Organe, der Bauchspeicheldrüse oder der Gallenwege ermöglicht, die besonders genau auch Frühstadien unterschiedlicher Erkrankungen feststellen lässt. Wenn nötig können wir Proben aus den betreffenden Regionen entnehmen. Diese Untersuchung ergänzt in idealer Weise radiologische Untersuchungen wie hochauflösende Computertomographien.

Bei Patienten mit Infektionen durch Clostridium difficile, einer chronischen Durchfallerkrankung, die mit unterschiedlichen Antibiotika nur im Einzelfall schwer zu beherrschen ist, führen wir nach entsprechenden Gesprächen einen Mikrobiom-Transfer durch. Dabei wird Stuhl eines Gesunden (z. B. Verwandten) mit der entsprechenden gesunden Darmflora dem Erkrankten über ein Endoskop in den Dick- oder Dünndarm eingesetzt und so die ansonsten sehr häufigen Rezidive in vielen Fällen vermieden.

Ein weiterer Schwerpunkt der Gastroenterologie ist das RFA-Zentrum. Bei Patienten mit Barrett-Epithel, einer Schleimhautveränderung, die sich bei ca. 10 % der Patienten mit chronischer Refluxerkrankung der Speiseröhre entwickelt, kann es zur Entwicklung von Veränderungen kommen, die mittelfristig bösartig zu Krebs entarten können. Dieser Entartungstendenz kann man durch eine Radiofrequenzablation, einem Abtragen der Schleimhaut mittels Strom, zuvor kommen.

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Patienten mit chronischen Durchfallerkrankungen leiden nicht selten an einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung. Neben den notwendigen endoskopischen Untersuchungen bieten wir alle modernen und gängigen Therapieverfahren bei Patienten mit Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn an. Wir berücksichtigen als Mitglied des Kompetenznetzes Darmerkrankung alle anerkannten Therapiestandards und geben gleichzeitig der individualisierten Therapie besondere Priorität. Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen brauchen in der Regel eine umfassende, auf sie zugeschnittene persönliche Beratung und Therapie, die sowohl ambulant als auch stationär angeboten wird. Die ambulante Ermächtigung ermöglicht die Patienten regelmäßig und kontinuierlich in enger Kooperation mit dem Hausarzt zu betreuen.

Leber, Bauchspeicheldrüse und Galle

Oberarzt Dr. med. Michael Laumen, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie

Patienten mit unklaren Lebererkrankungen können wir mittels moderner Verfahren (Sonographie, Kontrastmittelsonographie, Doppler-Sonographie, Labortestungen, Leberpunktionen) abklären und weiter betreuen. Im Rahmen der ambulanten Ermächtigungen können in Zusammenarbeit mit den Hausärzten auf entsprechende Überweisung gut verträgliche und sehr wirksame medikamentöse Therapien  bei Patienten mit Hepatitis B und C, Aderlasstherapien bei Patienten mit Hämochromatosen und immunsuppressive Therapien bei Patienten mit autoimmunen Lebererkrankungen initiiert und überwacht werden.

Um Erkrankungen der Leber, der Gallenwege und der Bauchspeicheldrüse abzuklären, bieten wir routinemäßig Spiegelungen mit Darstellung der Gallen- und Bauchspeicheldrüsenwege an (ERCP). Dabei steht nicht nur die Suche nach der Ursache von Schmerzen bzw. schlechten Blutwerten im Vordergrund, sondern vor allen Dingen die endoskopische Behebung. Häufig finden sich kleinere und größere Steine in den Gallenwegen, die wir mit unterschiedlichen Methoden endoskopisch entfernen können, so dass eine Operation vermieden wird. Bei bösartigen Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse und der Gallenwege können wir die sich entwickelnde Gelbsucht entweder endoskopisch durch Einlage von Drainageröhrchen therapieren, oder dadurch, dass die Galle nach außen abgeleitet wird (PTCD).

Ambulante Behandlung von Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes

Ambulant können Sie sich auch mit verschiedensten Krankheitsbildern aus dem Bereich des Magen-Darm-Traktes in den jeweiligen Fachambulanzen behandeln lassen. Dort stehen ihnen neben der allgemeinen Magen-Darm-Sprechstunde die Lebersprechstunde und die Sprechstunde für chronisch-entzündliche Darmerkrankungen zur Verfügung. Magen- und Darmspiegelungen können wir auf Überweisung des Hausarztes bei besonderen Fragestellungen ebenfalls ambulant durchführen. Hierzu können Sie Termine im Sekretariat bei Frau Zender unter Tel. 02421 805-322 vereinbaren.

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