Vorschulkinder-Sprechstunde

Das Kleinkind- und Vorschulalter ist durch eine rasche Entwicklungsdynamik gekennzeichnet. Es ist wichtig, die Entwicklung unserer Kinder im Blick zu haben. Unsere Vorschulsprechstunde ist uns eine „Herzensangelegenheit“ und eine gute Möglichkeit, Kinder und deren Eltern in dieser wichtigen Entwicklungsphase zu begleiten. Bei uns finden alle Kinder, deren Entwicklung beeinträchtigt erscheint, oder bei denen eine Beeinträchtigung droht, ebenso wie deren nachvollziehbar besorgte oder verunsicherte Eltern einen Raum, in dem sie alle Fragen stellen und Sorgen äußern können, um im Anschluss daran diesbezüglich vertraulich und fachlich kompetent durch unser Team beraten zu werden.

Wir untersuchen und behandeln im Rahmen unserer Vorschulsprechstunde psychische Störungen des gesamten Kindesalters bis zur Einschulung ihres Kindes. Die Relevanz einer Vorschulsprechstunde lässt sich aus vielen Studien ableiten. Psychische Störungen / Auffälligkeiten im frühen Kindesalter sind recht häufig. Eine bedeutsame Studie zur Überprüfung von Gesundheitsstörungen im Kindesalter in Deutschland ist der Kinder- und Jugend-Gesundheits-Survey (KiGGS) des Robert-Koch-Instituts (vgl. Bundesgesundheitsblatt, 2007). Hier fand man bei 8,9 % (Jungen) / 6,9 % (Mädchen) grenzwertige, bei 6,9 % (Jungen) / 3,7 % (Mädchen) bedeutsame psychische Auffälligkeiten im Vorschulalter.

Unsere Sprechstunde dient aber auch der Vorbeugung von seelischen Erkrankungen und Entwicklungsstörungen im Vorschulalter. Zur Beurteilung der Entwicklung Ihres Kindes ist zunächst ein ausführliches Gespräch und daran anschließend eine mit den Eltern abgestimmte Diagnostik wesentlich. Neben einer ausführlichen Beratung der Eltern erfolgt bei Bedarf auch die Therapie (Behandlung) psychischer Störungen. Seelische Störungen in diesem Alter haben ein hohes Risiko, sich unbehandelt zu langfristigen, verfestigenden Verhaltensauffälligkeiten oder seelischen Erkrankungen zu entwickeln. Verhaltensauffälligkeiten dieses Lebensalters werden oft nicht angemessen diagnostiziert, z. T. als nicht behandlungsbedürftig angesehen. Um dies zu verhindern, bieten wir unsere Vorschulsprechstunde an, wobei wir uns bei unserer Arbeit streng an die Leitlinien zu psychischen Störungen im Säuglings-, Kleinkind- und Vorschulter halten.

Wir untersuchen Beziehungs- und Interaktionsstörungen, frühe Ess-/Fütterstörungen, Schlafstörungen, Regulationsstörungen, Ausscheidungsstörungen, depressive Störungen, Angststörungen, Anpassungs- und Belastungsstörungen, Bindungsstörungen, hyperkinetische Störungen (ADHS) sowie Störungen des Sozialverhaltens mit oppositionellem Verhalten.

Bedeutsam sind auch Symptome, die nicht vollständig den Kriterien für eine Störung entsprechen. In solchen Fällen führen wir eine ausführliche Psychoedukation (Beratung) der Eltern, und wenn gewünscht, anderer Bezugspersonen (etwa Erzieherinnen im Kindergarten) durch, auch wenn (noch) keine Therapie indiziert ist. Somit wird in vielen Fällen eine Chronifizierung der Probleme / Verhaltensauffälligkeiten verhindert („sekundäre Prävention“).

Sollten Sie also Fragen zu dem Verhalten Ihres Kindes bzw. Sorgen bzgl. Ihres Kindes haben, scheuen Sie sich nicht davor, nach Rücksprache mit dem zuständigen Kinderarzt, einen Termin in unserer Abteilung zu vereinbaren.