Von Salzkotten nach Birkesdorf

Krankenversorgung und "Kinder-Verwahrschule" - die Probleme Birkesdorfs waren prekär genug, um ein Hilfegesuch abzuschicken. Der damalige Pastor Krichels und Bürgermeister Carl Grysar, die politische und die kirchliche Spitze der Gemeinde Birkesdorf, schrieben an die Ordensgemeinschaft der Franziskanerinnen im ostwestfälischen Salzkotten.

Viele Anfragen kamen in das Haus der Gründerin des Ordens, Mutter Clara Pfänder. Sie hatte gerade acht Jahre zuvor die "Schwestern des heiligen Franziskus, Töchter der heiligen Herzen Jesu und Mariä" ins Leben gerufen. Die Not war überall groß, und die Gemeinden konnten sich keine eigenen Pflegekräfte leisten. Trotz aller Hindernisse, die Mutter Clara ständig überwinden musste, ließ sie, wenn irgend möglich, niemanden im Stich. Dienen und Heilen war ja der Gründungsauftrag der Gemeinschaft aus dem Jahre 1860.

Und vor über 140 Jahren - am 10. Dezember 1868 - gab der Paderborner Bischof Konrad Martin die Erlaubnis die linksrheinische Filiale einzurichten, gut ein Jahr nach den ersten Anfragen aus Birkesdorf. Da auch die zweite erforderliche Instanz, der Erzbischof von Köln, seine Einwilligung gegeben hatte, konnten die ersten Schwestern im Namen von Franz von Assisi in Birkesdorf ihren Dienst beginnen: in der ambulanten Krankenpflege und der "Verwahrschule", die sich nun "Bewahrschule" nannte.