APT in der Bauchchirurgie

Frühfunktionelle Nachbehandlung nach sämtlichen bauchchirurgischen Eingriffen, um den möglichen Folgen einer Immobilisation nach der OP möglichst zu minimieren. Die auf der Intensivstation begonnenen Aktivierungen und Anleitungen werden möglichst nahtlos auf der Normalstation umgesetzt. Im chirurgischen Konzept des Fast-Track spielt die Begleitung durch die Physiotherapie eine Schlüsselrolle.

Schwerpunkte

  • Dekubitusprophylaxe auch durch die frühzeitige Anleitung zur Mobilisation, Transfers und Lagerung
  • Pneumonieprophylaxe mit und ohne Atemhilfsmitteln
  • Thromboseprophylaxe
  • Kreislauftraining
  • Bei Bedarf Anregung der Darmperistaltik durch Heiße Rollen und/oder Colonmassagen
  • Muskelaufbautraining zum Erreichen des muskulären Gleichgewichtes

Fast-Track-Konzept in der Colonchirurgie des St. Marien-Hospital Düren-Birkesdorf

Physiotherapeutische Betrachtung
Ausgangsbasis
Ärztlicherseits hat eine ausführliche Information und ausdrückliche Einwilligung des Patienten über das Konzept stattgefunden. Evtl. Ausschlusskriterien wurden beachtet. Der Patient wurde im günstigsten Fall am Tag vor der OP dem aktivierenden Dienst (APT) vorgestellt. Geeignetes Schuhwerk, evtl. prä-op bereits benutzte Hilfsmittel sind am Bett vorhanden.

Fragestellung an den Patienten zur Selbsthilfe:

  • Wie sichere ich meine Drainagen und sonstige Schläuche, bevor ich aufstehe?
  • Wie drehe ich mich sicher und schmerzarm im Bett?
  • Wie setze ich mich schmerzarm und ökonomisch an die Bettkante?
  • Fühle ich mich sicher im Stand?
  • Was muss ich zur Absicherung tun?
  • Wie gehe ich sicher im Zimmer, außerhalb des Zimmers?
  • Wie intensivere ich meine Atmung?

Eigeninitiative des Patienten:

  • Herzbett (Sitzbett)-Position
  • Muskelpumpe der unteren und oberen Extremitäten
  • Allgemeine Aktivierung durch wiederholtes Bewegen der unteren und oberen Extremitäten
  • Up-and-down-Training zur orthostatischen Anpassung
  • Anwendung der geeigneten Atemtrainer (Triflow/VRP-1/Inhalog)

Frühphase:

Prä-OP

Gespräch über den geplanten postoperativen Ablauf, Vorstellung und Gebrauch des geeigneten Atemtherapiegerätes, Transfer- und Hustenschulung

OP-Tag

Erstmobilisation durch Pflege mit den Zielen:

  • out-of-bed
  • Stuhlsitz
  • Gebrauch des Atemtherapiegerätes

Wunsch an den Patienten: Beginn der körperlichen Eigenaktivität, z.B. durch wiederholtes Bewegen der unteren, der oberen Extremitäten; Aktivierung der Muskelpumpen.

1. post-op-Tag

Ziele:

  • Steigerung der Mobilität, Zunehmende Remobilisierung des Patienten durch Motivation des Patienten. Erlernen einer Bewegungserleichterung durch Anspannen der dorsalen Rumpf- und Hüftmuskulatur sowie Einhalten einer seitlichen Mobilisationsrichtung.
  • Narbenschutz durch Narbenkompression bei Bewegung und Husten und Vermeidung einer ventralen Muskelspannung
  • Vertiefung und Ökonomisierung der Atmung; wiederholte Anwendung der bekannten Atemtherapie-Hilfsmittel
  • Sekretmobilisation durch Anwendung einer adäquaten Hustentechnik (Erhalt des PEP; Huffing)
  • Anregung der Darmtätigkeit durch wiederholtes Aufstehen und Gehen sowie einer angepassten Tiefenatmung zur sanften Erhöhung des intraabdominellen Druckes.
  • Anregung der Hämodynamik durch vermehrte Anwendung der Muskelpumpen
  • Verringerung/Vermeidung des Schmerzes durch Anwendung der vorgenannten Transferübungen; Anbahnung physiologischer Bewegungsübergänge von Rückenlage zur Seitlage, von Seitlage zum Sitz, vom Sitz zum Stand, vom Stand zum Gehen.

2. post-op-Tag

Je nach Bedarf Fortführung der Maßnahmen des Vortages

  • Umstellung der Maßnahmen auf die neue Umgebung, da meist schon von der Intensiv-Station verlegt
  • Handling der Drainagen und Zugänge, soweit noch vorhanden, um Bewältigung einer angepassten Gehstrecke zu ermöglichen.
  • Kontrolle der erlernten Bewegungsübergänge.
  • Erweiterung der möglichen Gehstrecke

3. und weiterer post-op-Tag

  • Erweiterung der Gehstrecke bis zum Treppensteigen

Weitere Fortführung der Maßnahmen nur noch nach Bedarf und auf Wunsch des Patienten.

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