150 Jahre St. Marien-Hospital Düren – Ein Haus im Wandel der Zeit
Auftakt der Jubiläumsreihe mit dem Schwerpunkt Geburtshilfe und Gynäkologie
Düren-Birkesdorf. Seit 150 Jahren ist das St. Marien-Hospital ein fester Bestandteil der medizinischen Versorgung in Düren und der Region. Was 1868 mit ambulanter Krankenpflege durch Franziskanerinnen aus Salzkotten begann, hat sich zu einem modernen Krankenhaus mit breitem medizinischem Spektrum entwickelt. Anlässlich des Jubiläums stellt das St. Marien-Hospital im Laufe des Jahres 2026 monatlich einen Fachbereich vor und zeichnet dessen Entwicklung im Spiegel der Zeit nach. Den Auftakt bildet die renommierte Klinik für Geburtshilfe und Gynäkologie unter der Leitung von Chefarzt Dr. med. Axel Sauerwald.
„Kaum ein Bereich steht so sinnbildlich für den Beginn des Lebens und für gesellschaftlichen und medizinischen Wandel wie die Geburtshilfe“, stellt Sauerwald fest. Bis weit ins 19. Jahrhundert hinein kamen Kinder überwiegend zu Hause zur Welt, begleitet von Hebammen. Krankenhäuser galten lange als Orte für Arme oder Schwerkranke. Erst mit wachsendem Wissen über Hygiene und Infektionsschutz verlagerte sich die Geburt schrittweise in medizinische Einrichtungen. Auch im Raum Düren setzte dieser Wandel langsam ein.
Heute verbindet die Geburtshilfe am St. Marien-Hospital Düren moderne Medizin mit einem hohen Maß an Selbstbestimmung für werdende Mütter. Die Entscheidung über den Geburtsweg liegt bei der Frau, begleitet von erfahrenen Hebammen, Ärztinnen, Ärzten und Pflegekräften. Trotz bundesweit steigender Kaiserschnittraten steht in Düren-Birkesdorf weiterhin die individuelle, sichere und möglichst natürliche Geburt im Mittelpunkt.
Die Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe bietet darüber hinaus sowohl ein breites als auch ein hochspezialisiertes medizinisches Spektrum: von moderner Ultraschalldiagnostik und minimal-invasiven Operationen über spezialisierte Sprechstunden bis hin zur gynäkologischen Onkologie und dem zertifizierten Brustzentrum Düren. In der Geburtshilfe werden sowohl normale Geburten als auch Risikoschwangerschaften im Rahmen eines leistungsstarken Perinatalzentrums betreut. Eine hochentwickelte Pränataldiagnostik schafft frühzeitig Klarheit und Sicherheit für werdende Eltern. Gemeinsam mit der Kinder- und Jugendmedizin, der Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie dem Sozialpädiatrischen Zentrum bildet das St. Marien-Hospital damit eines der größten Kinderzentren seiner Art mit einem großen Einzugsgebiet zwischen Köln und Aachen. Seit Generationen wissen die hier versorgten jungen Patientinnen und Patienten ebenso wie die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte der Region diese über Jahrzehnte gewachsene gebündelte fachliche Kompetenz sehr zu schätzen.
Rückblick
Das St. Marien-Hospital wurde im zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört, viele Geburten fanden erneut in den Familien statt. Umso prägender war der Wiederaufbau nach 1945. Mit großem Engagement nahmen die Franziskanerinnen die gynäkologische und geburtshilfliche Versorgung wieder auf und legten die Grundlage für die weitere Entwicklung.
Mit dem medizinischen Fortschritt der Nachkriegszeit wurde die Krankenhausgeburt in den 1950er- und 1960er-Jahren zunehmend zur Norm. Moderne Anästhesieverfahren, verbesserte Kaiserschnitt-Techniken und später der Ultraschall erhöhten die Sicherheit für Mutter und Kind deutlich. In den folgenden Jahrzehnten kamen im St. Marien-Hospital kontinuierliche Herztonüberwachung, spezialisierte Teams und eine leistungsfähige Neonatologie hinzu. Parallel veränderte sich auch das Erleben der Geburt: Väter wurden zunehmend einbezogen, neue Konzepte wie das Rooming-in stärkten die frühe Bindung zwischen Eltern und Kind.
Während bundesweit seit den 1990er-Jahren viele kleinere Geburtsstationen schließen mussten, entwickelte sich die Geburtshilfe am Birkesdorfer St. Marien-Hospital bewusst in die entgegengesetzte Richtung. Die Zahl der Geburten stieg von rund 800 Anfang der 1990er-Jahre auf heute etwa 1.800 pro Jahr. Möglich wurde dies durch gezielte Investitionen, fachliche Spezialisierung und den Ausbau moderner Angebote, von Akupunktur und Periduralanästhesie über hochentwickelte Pränataldiagnostik bis hin zu neuen, hochmodernen Kreißsälen.
Mit dem Auftakt der Jubiläumsreihe lädt das St. Marien-Hospital dazu ein, die Geschichte seiner Fachkliniken neu zu entdecken. Die Entwicklung von Geburtshilfe und Gynäkologie steht dabei exemplarisch für das Selbstverständnis des Hauses: offen für medizinischen Fortschritt und fest verankert für die Menschen der Region.
Mehr Informationen zur Historie auf www.marien-hospital-dueren.de/historie.
Weitere Informationen: Josefs-Gesellschaft gAG, Köln
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Foto (© T. Opgenorth): Das Team der Geburtshilfe im St. Marien-Hospital
Foto (© St. Marien-Hospital): Kreißsaal, einer von insgesamt fünf Kreißsälen
Foto (© St. Marien-Hospital): Das St. Marien-Hospital im Jahre 1892