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FAQ zur Allgemein- und Regional­anästhesie

 

Ihre Fragen zur Allgemein- und Regionalanästhesie

Welche Anästhesieformen gibt es generell?

Der Begriff Anästhesie stammt aus dem Griechischen und bedeutet Empfindungslosigkeit oder Betäubung. Sie ermöglicht, medizinische Behandlungen und Untersuchungen schmerzfrei durchzuführen. Es gibt drei Grundformen der Anästhesie

  • Lokalanästhesie oder örtliche Betäubung: Sie wird vom operierenden oder untersuchenden Facharzt vorgenommen. Hierbei wird nur ein kleiner Bereich des Körpers empfindungslos gemacht.

Regionalanästhesie: Die Betäubung eines größeren Körperbereichs wird vom Anästhesisten vorgenommen. Bei der Regionalanästhesie betäuben wir das OP-Gebiet, ohne den Patienten in Vollnarkose zu versetzen. Für Eingriffe unterhalb des Bauchnabels (Unterbauch, Becken und Beine) betäuben wir zum Beispiel die vom Operationsgebiet zum Rückenmark führenden Nerven, indem wir ein Lokalanästhetikum in den Liquorraum der Lendenwirbelsäule spritzen.

Diese Spinalanästhesie erfolgt, wenn der Patient sitzt oder auf der Seite liegt. Der Patient verspürt anschließend ein Wärmegefühl in den Beinen, die er nicht mehr oder nur eingeschränkt bewegen kann. Die Wirkung hält etwa drei bis vier Stunden an. Bei der Plexusanästhesie werden im Bereich der Achselhöhle die Nerven, die den Arm versorgen, betäubt. Eingriffe am Arm und an der Hand können so schmerzfrei durchgeführt werden. Zusätzlich können unsere Patienten bei allen Regionalanästhesien Schlafmittel erhalten, so dass sie die OP nicht in wachem Zustand miterleben; eine künstliche Beatmung ist hierbei nicht notwendig.

  • Allgemeinanästhesie oder Vollnarkose: Bei der Vollnarkose wird der Patient vom Anästhesisten in einen schlafähnlichen Zustand versetzt. Sein Bewusstsein, sein Schmerzempfinden und seine Muskelspannung werden dabei mit einer individuell für ihn zusammengesetzten Medikamenten­kombination ausgeschaltet – von Schlaf- und Schmerzmitteln bis zu Mitteln zur Muskelerschlaffung und zur Beeinflussung des vegetativen Nervensystems. Diese Medikamente werden in den meisten Fällen über einen liegenden Tropf (Infusion) in die Vene gespritzt. In Ausnahmefällen erhalten erwachsene Patienten ein Narkosegas zum Einatmen. Wenn Sie eingeschlafen sind, unterstützen wir Ihre Atmung: bei kurzen Eingriffen (bis zu 15 Minuten) über eine Gesichtsmaske, bei längeren Operationen über einen Schlauch in der Luftröhre (Intubation) oder über eine Kehlkopfmaske im Rachen.

Wir ermöglichen Ihnen Schmerzfreiheit: lokal, regional oder vollständig anästhesiert.

Regional- oder Vollnarkose: Welches Verfahren ist das beste für mich?

Welche Narkoseart sich bei Ihnen empfiehlt, hängt von der Art des operativen Eingriffs, Ihrem körperlichen Gesundheitszustand und vielen weiteren Faktoren ab. Regionalanästhesien eignen sich besonders bei Eingriffen an den Armen, Händen und Beinen, in der Leiste sowie im Unterleib. Es kann also nicht bei jeder Operation eine Regionalanästhesie durchgeführt werden, zudem kann sie durch einige medizinische Vorbefunde ausgeschlossen werden:

  • Veränderungen an der Wirbelsäule
  • Neurologische Vorerkrankungen
  • Veränderung der Blutgerinnung
  • Einnahme bestimmter Medikamente wie ASS, Marcumar oder Heparin

In einigen Fällen ist sowohl eine Regionalanästhesie als auch eine Vollnarkose möglich. In diesem Fall können Sie selbst nach Beratung durch Ihren Anästhesisten entscheiden, welches Verfahren angewendet werden soll.

Wir beraten Sie gern, welche Form der Narkose für Sie in Ihrer Situation die richtige ist.

Welche Vorteile hat der Ultraschalleinsatz bei der Regionalanästhesie?

Ultraschall ermöglicht es unseren erfahrenen Anästhesisten jederzeit präzise und sicher auch tieferliegende Strukturen des Körpers darzustellen. Bei der ultraschallgesteuerten Regionalanästhesie können die Nerven mit Hilfe eines lokalen Betäubungsmittels unter sonografischer Sicht betäubt werden. So kann die regelrechte Ausbreitung der Medikamente und damit die gewünschte Wirkung unter Sicht erzielt werden – ohne die Gefahr einer unerwünschten Verletzung von Gewebsstrukturen.

Ultraschall macht die Regionalanästhesie sicherer und effektiver.

Warum darf ich vor einer Operation nichts essen und trinken?

Bei einer Vollnarkose funktionieren die Schutzreflexe wie Schluck- und Hustenreflex nicht, weshalb die Gefahr besteht, dass Mageninhalt in den Rachen und in die Lunge gelangt. Dies würde eine schwere Lungenentzündung hervorrufen. Deshalb dürfen Sie mindestens sechs Stunden vor der Narkose keine feste Nahrung und mindestens zwei Stunden davor keine Flüssigkeit zu sich nehmen.

Bei einer Vollnarkose werden auch Schluck- und Hustenreflexe ausgeschaltet.

Ich habe Angst vor einer Narkose – ist sie begründet?

Viele Patienten haben mehr Angst vor der Narkose als vor der Operation. Das ist jedoch unbegründet. Die modernen Anästhetika sind in ihrer Steuerbarkeit heute sehr sicher und das Risiko einer ernsthaften Komplikation ist sehr gering. Während einer Anästhesie werden Sie so gut überwacht wie in keiner anderen Lebenssituation. Ein erfahrener Narkosearzt ist ständig anwesend und sämtliche Vitalparameter wie Herztätigkeit, Blutdruck und Atmung werden kontinuierlich auf einem Monitor aufgezeichnet und kontrolliert – so wissen wir jederzeit über die Narkosetiefe Bescheid.
Jeder Patient wird von uns vor einer Narkose in einem persönlichen Gespräch (Prämedikation-Sprechstunde) über die Abläufe aufgeklärt. Denn durch eine gute Information lassen sich im Vorfeld viele Ängste abbauen. Uns ist es wichtig, dass Sie sich bei uns sicher und gut aufgehoben fühlen, daher können Sie jederzeit mit uns über Ihre konkreten Ängste sprechen und Ihre Fragen zum Narkoseverfahren stellen.
Sollten Sie danach immer noch große Sorge vor der Anästhesie haben, kann die Verabreichung von einem Beruhigungsmittel (leichte Sedierung) zu Ihrer Entspannung beitragen. Auch können wir Ihnen bei Untersuchungen oder medizinischen Eingriffen, bei denen Sie wach bleiben, eine „Virtuelle Reality-Brille“ (VR-Brille) zur Entspannung und optischen wie akustischen Abschirmung anbieten.

Dank moderner Anästhetika und Messgeräte brauchen Sie sich keine Sorgen vor der Narkose zu machen.

Kann es passieren, dass ich während einer Operation aufwache?

Während der Operation überwacht und kontrolliert unser Anästhesist ständig alle lebenswichtigen Organfunktionen und Ihre Narkosetiefe (Monitoring). Dank moderner Medikamente ist eine genaue und schnelle Regulation der Narkose möglich; Sie brauchen sich also keine Sorgen zu machen, dass Sie während der Operation wach werden könnten.

Dank moderner Medikamente haben wir Ihre Narkosetiefe ständig im Blick und unter Kontrolle.

Welche Komplikationen können während einer Vollnarkose auftreten?

Auch mit hochmodernen Medikamenten lassen sich Komplikationen nicht zu 100 Prozent ausschließen. Die häufigsten Nebenwirkungen sind:

  • Übelkeit und Erbrechen (bei bis zu 10 % der Narkosen)
  • Heiserkeit (bis zu 10 %)
  • Blutdruckabfall (3 %)
  • Herzrhythmusstörungen (1 %)
  • Zu hoher Blutdruck (1 %)
  • Herzinfarkt (unter 1 %)
  • Postoperative Verwirrtheitszustände (0,5 %)

Je besser der körperliche Allgemeinzustand ist, desto geringer ist das Risiko für intraoperative Komplikationen. Sehr alte und sehr junge Patienten, solche mit Begleit- und/oder Vorerkrankungen sowie Notfallpatienten haben ein erhöhtes Risiko.

Je besser Ihr körperlicher Zustand, desto weniger Nebenwirkungen und Risiken.

Ist es möglich, dass ich aus einer Vollnarkose nicht mehr aufwache?

Die Anästhesie ist heute so sicher wie nie zuvor: Das verdanken wir vor allem der Entwicklung neuer Medikamente und besserer Überwachungsmöglichkeiten der lebenswichtigen Organe und ihrer Funktionen. In sehr seltenen Fällen können dennoch lebensbedrohliche Komplikationen auftreten. Das Risiko liegt dabei nicht unbedingt an der Anästhesie, sondern an Begleiterkrankungen des Patienten und/oder der durchgeführten Operation. Das Risiko ist bei körperlich belastbaren Patienten, die sich einem begrenzten Eingriff unterziehen, sehr gering. Insgesamt beträgt das Risiko, an einer Narkose zu sterben, nur 0,008 - 0,009 %.

Moderne Narkosemittel und Kontrollmethoden sind heute sehr sicher und zuverlässig.

Wie schnell und verlässlich wirkt eine Regionalanästhesie?

Die Wirkung der Regionalanästhetika setzt in der Regel innerhalb weniger Minuten ein. Manchmal dauert es etwas länger, bis die Anästhesie ihre volle Ausbreitung erreicht hat. Die Versagerrate einer Regionalanästhesie ist sehr gering. Sollte die Wirkung dennoch einmal nicht ausreichen, kann die Operation in Vollnarkose durchgeführt werden.

Wir schalten Ihren Schmerz schnell und zuverlässig aus – bei Bedarf auch komplett.

Welche Angebote gibt es, um mein Gefühl der Sicherheit während der Lokalanästhesie zu erhöhen?

Wenn Sie sich Sorgen machen, dass Sie etwas von der Operation mitbekommen könnten, können wir Sie beruhigen: Wir sorgen während des gesamten Eingriffs dafür, dass es Ihnen gut geht und sorgen für eine entspannte, ruhige Atmosphäre. Mithilfe einer geringen medikamentösen Sedierung können wir Sie in einen leichten Schlaf versetzen, in dem Sie nichts vom Geschehen mitbekommen.
Auch bieten wir Ihnen bei Untersuchungen oder medizinischen Eingriffen, bei denen Sie wach bleiben, eine „Virtuelle Reality-Brille“ (VR-Brille) zur Entspannung und optischen wie akustischen Abschirmung an. Während das Behandlungsteam konzentriert die Untersuchung oder den Eingriff durchführt, hat der Patient die Möglichkeit, mit der VR-Brille in eine virtuelle Welt einzutauchen: Ein Ausflug an einsame Strände, die Faszination der Brandung, das Meeresrauschen oder der Ruf der Vögel lassen die angespannte Atmosphäre im Untersuchungsraum oder im Operationssaal schnell vergessen. Wir halten eine breite Palette unterschiedlicher Videofilme zur Auswahl bereit; selbstverständlich gilt dieses Angebot auch für Kinder, die aus mehreren, eigens für sie konzipierten Filmen auswählen können.
Junge Patienten erhalten vor einer Operation zudem ein angstlösendes, beruhigendes Medikament als Saft sowie ein Schmerzmittel, das seine maximale Wirkung am OP-Ende entfaltet. Auch ein spezielles Pflaster mit einem örtlichen Betäubungsmittel auf Hand oder Arm ermöglicht bei Kindern eine entspannte und schmerzarme Venenpunktion.
So lassen sich mit vielen kleinen Hilfsmitteln viele medizinische Eingriffe ganz entspannt und ohne Sorgen für Sie durchführen.
Übrigens: Diverse Studien belegen, dass eine entspannte Grundhaltung während eines medizinischen Eingriffs positive Effekte für den gesamten weiteren Heilungsverlauf hat – ein Grund mehr, sich entspannt in die Hände unserer erfahrenen Anästhesisten zu begeben.

Für eine entspannte Distanz zum Geschehen bieten wir Erwachsenen und Kindern eine moderne VR-Brille an.

Kann es zu Komplikationen bei einer Regionalanästhesie kommen?

Komplikationen bei der Regionalanästhesie bestehen meist aus Unverträglichkeitsreaktionen oder einer zu hohen Blutkonzentration der Anästhetika. Deshalb überwachen wir unsere Patienten auch bei einer Regionalanästhesie sorgsam, um auftretende Komplikationen sofort erkennen und beheben zu können. Vorübergehend können Juckreiz und Übelkeit auftreten; schwere Zwischenfälle und bleibende Schäden wie zum Beispiel das Risiko einer Nervenschädigung sind extrem selten.

Kontrollierte Sicherheit für weniger Komplikationen – auch bei Teilnarkosen.

Besteht die Möglichkeit, dass ich bei meiner Operation zuschauen kann?

Ja, eine Gelenkspiegelung (Arthroskopie) können Sie auf einem Fernsehbildschirm live mitverfolgen. Da bei jeder Operation das Eindringen von Bakterien und anderen schädlichen Mikroorganismen in die Wunde verhindert werden muss, wird der Operationsbereich nach allen Seiten mit keimfreien Tüchern abgedeckt. Sie können deshalb nicht direkt zusehen.

Moderne Technik macht es möglich, dass Sie Ihre Arthroskopie mitverfolgen können.