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Aktion „Mit oder ohne?“

Bewusster Umgang mit Einweghandschuhen im Klinikalltag

Einweghandschuhe gehören zum festen Bestandteil des medizinischen Alltags. Sie bieten Schutz, geben Sicherheit und sind in vielen Situationen unverzichtbar. Doch ihr Einsatz erfolgt häufig auch dort, wo sie gar nicht notwendig sind – sei es aus Gewohnheit, Unsicherheit oder schlichtem Zeitdruck. Genau hier setzt die Kampagne „MIT oder OHNE?“ an.

Denn oft gilt: Die hygienische Händedesinfektion ist nicht nur ausreichend, sondern sogar die bessere Wahl – für Patientinnen und Patienten, Mitarbeitende und unsere Umwelt.

Zahlen, die zum Umdenken anregen

Mit der Initiative „MIT oder OHNE?“ setzen die Rur-Kliniken am St. Marien-Hospital und St. Augustinus-Krankenhaus neue Maßstäbe. Ziel ist es, den sachgerechten Einsatz von Einweghandschuhen zu fördern und gleichzeitig die Bedeutung der Händehygiene stärker ins Bewusstsein zu rücken.

Wussten Sie, wie hoch der Verbrauch an Einweghandschuhen tatsächlich ist?

Ein Krankenhaus mit rund 400 Betten verbraucht jährlich etwa 3 Millionen Einmalhandschuhe. Das entspricht:

  • ca. 78 Tonnen CO₂-Emissionen
  • rund 9 Tonnen Abfall

Zum Vergleich:
Ein einziges Paar Handschuhe verursacht so viel CO₂ wie 58 hygienische Händedesinfektionen.

Diese Zahlen zeigen deutlich: Ein bewusster Umgang mit Handschuhen ist nicht nur eine Frage der Hygiene, sondern auch ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz.

Die geschulten Hygienefachkräfte Melanie Grimm und Kerstin Berger sind direkt vor Ort im Einsatz. Sie informieren Mitarbeitende praxisnah und beantworten Fragen wie:

  • Wann ist das Tragen von Handschuhen wirklich notwendig?
  • In welchen Situationen ist die Händedesinfektion ausreichend oder sogar vorzuziehen?

Ein besonderes Highlight der Aktion sind anschauliche Demonstrationen mit der Schwarzlichtlampe. Hier werden Mikroperforationen der Handschuhe sichtbar gemacht – ein eindrucksvoller Weg, um aufzuzeigen, dass man durch das Tragen von Handschuhen nicht vor Krankheitserregern geschützt ist.

Ein begleitendes Quiz hilft den Mitarbeitenden, ihr Wissen rund um Händehygiene und Handschuhgebrauch zu überprüfen und zu erweitern. Dieses Angebot wurde sehr gut angenommen:
Viele Kolleginnen und Kollegen nutzten die Gelegenheit, bestehende Kenntnisse aufzufrischen oder neue Erkenntnisse zu gewinnen – ein wichtiger Schritt hin zu mehr Nachhaltigkeit im Klinikalltag.

Warum weniger manchmal mehr ist

Die indikationsgerechte Nutzung von Handschuhen bringt klare Vorteile:

  1. Besserer Infektionsschutz
    Eine korrekt durchgeführte Händedesinfektion entfernt gezielt Krankheitserreger und unterbricht Infektionsketten zuverlässig. Handschuhe können dieses Vorgehen nicht ersetzen.
  2. Gesündere Haut
    Weniger Handschuhgebrauch bedeutet auch weniger Hautirritationen. Das feuchte Milieu unter Handschuhen belastet die Haut und kann langfristig zu Problemen führen.
  3. Mehr Umweltschutz
    Jeder eingesparte Handschuh reduziert Plastikmüll sowie Emissionen bei Herstellung, Transport und Entsorgung.

Die wichtigste Botschaft

So einfach und gleichzeitig so entscheidend:

Einweghandschuhe ersetzen niemals eine hygienische Händedesinfektion.

Die bewusste Entscheidung „mit oder ohne?“ trägt dazu bei, die Qualität der Patientenversorgung zu verbessern, die Gesundheit der Mitarbeitenden zu schützen und gleichzeitig einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz zu leisten.

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