Therapiehund Oskar unterstützt Kinder im SPZ
Zum „Bring deinen Hund mit zur Arbeit“-Tag
Heute ist „Bring deinen Hund mit zur Arbeit“-Tag. In vielen Unternehmen gehört ein Hund im Büro inzwischen zum Alltag. In einem Krankenhaus oder einem Sozialpädiatrischen Zentrum ist das dagegen eher ungewöhnlich. Im Sozialpädiatrischen Zentrum (SPZ) des St. Marien-Hospitals ist Oskar dennoch regelmäßig anzutreffen. Der ausgebildete Therapiehund begleitet seine Halterin Joline Fackeldey, Psychologin im SPZ, bei ihrer Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.
Oskar ist dabei weit mehr als nur ein sympathischer Begleiter. Als speziell ausgebildeter Therapiehund unterstützt er die therapeutische Arbeit und hilft dabei, eine vertrauensvolle und entspannte Atmosphäre zu schaffen. Gerade für Kinder, die aufgrund von Entwicklungsauffälligkeiten, Verhaltensbesonderheiten oder psychischen Belastungen unter Anspannung stehen, kann seine Anwesenheit einen großen Unterschied machen.
„Ich beobachte beispielsweise bei Kindern mit ADHS sehr häufig, dass sie bei Traumreisen oder Entspannungsübungen, wenn Oskar anwesend ist, ganz ruhig auf dem Rücken liegen können, um zu entspannen. Er kuschelt sich an die Kinder und man kann beobachten, wie sie sich beruhigen“, berichtet Joline Fackeldey.
Hinter dem Einsatz eines Therapiehundes stehen verschiedene therapeutische Ansätze. Hunde begegnen Menschen wertfrei und authentisch. Sie reagieren unmittelbar auf Körpersprache, Stimmung und Verhalten. Viele Kinder erleben dadurch eine besondere Form von Akzeptanz und Sicherheit. Die Anwesenheit eines Hundes kann Stress reduzieren, Ängste abbauen und das Gefühl von Geborgenheit stärken.
Zudem fördern tiergestützte Interventionen die emotionale Regulation. Durch den Körperkontakt mit dem Hund und das ruhige gemeinsame Verweilen können Kinder lernen, sich selbst besser wahrzunehmen und zur Ruhe zu kommen. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass der Kontakt zu Hunden die Ausschüttung von Stresshormonen senken und gleichzeitig die Produktion von Bindungs- und Wohlfühlhormonen wie Oxytocin fördern kann.
Besonders Kinder mit ADHS profitieren häufig von diesen Effekten. Ihnen fällt es oft schwer, innere Ruhe zu finden oder über längere Zeit entspannt zu bleiben. Oskar hilft dabei, einen Moment der Entschleunigung zu schaffen. Seine ruhige und zugewandte Art unterstützt die Kinder dabei, sich sicher zu fühlen, Spannungen abzubauen und sich besser auf therapeutische Inhalte einzulassen.
So zeigt der heutige „Bring deinen Hund mit zur Arbeit“-Tag auf besondere Weise, wie wertvoll tierische Unterstützung im therapeutischen Alltag sein kann. Für viele Kinder im SPZ ist Oskar nicht nur ein Hund, sondern ein wichtiger Helfer auf dem Weg zu mehr Ruhe, Vertrauen und Wohlbefinden.