150 Jahre St. Marien-Hospital – Chirurgie im Wandel der Zeit
Von der Ära des Skalpells zur robotisch assistierten Präzisionsmedizin
Düren. Im OP-Saal des St. Marien-Hospitals in Düren-Birkesdorf sieht Chirurgie heute anders aus als noch vor wenigen Jahrzehnten. Hochauflösende Kamerasysteme, robotisch assistierte Instrumente mit der Beweglichkeit einer menschlichen Hand und interdisziplinäre Tumorkonferenzen, die auf Knopfdruck Befunde aus mehreren Fachbereichen zusammenführen. Das ist der Standard, den Chefarzt Dr. med. Markus Meibert und sein Team in der Klinik für Chirurgie heute täglich leben. Im Jubiläumsjahr zum 150-jährigen Bestehen des St. Marien-Hospitals in Düren lohnt ein Blick zurück, der zeigt, wie weit die Chirurgie als Disziplin in anderthalb Jahrhunderten gekommen ist.
„Die Robotik-Technologie gibt uns heute die Bewegungsfreiheit eines offenen Eingriffs mit allen Vorteilen der Schlüssellochchirurgie. Gerade bei komplexen Eingriffen ist das ein enormer Gewinn für uns im OP, aber vor allem für unsere Patientinnen und Patienten“, erklärt Dr. Meibert. Seit Anfang 2024 leitet der Facharzt für Chirurgie und Viszeralchirurgie mit Zusatzbezeichnung Spezielle Viszeralchirurgie und Proktologie die Abteilung. Unter seiner Leitung wurde das operative Spektrum durch den Einsatz einer neuen Generation hochentwickelter, handgeführter robotisch assistierter Instrumente erweitert. Diese sind so beweglich wie eine menschliche Hand und lassen sich in alle Richtungen steuern mit einer Präzision, die klassische Instrumente nicht erreichen können. Eingesetzt wird das System heute vorrangig dort, wo höchste Sorgfalt gefragt ist: bei Eingriffen an Darm, Leber, Bauchspeicheldrüse und Magen sowie in der Behandlung onkologischer Erkrankungen. „Für uns steht der Mensch im Mittelpunkt. Und dazu gehört auch, dass wir modernste Werkzeuge einsetzen, um Operationen noch sicherer und schonender zu gestalten“, betont der Chefarzt.
Als zertifiziertes Darmzentrum ist das St. Marien-Hospital auf die Behandlung von Tumorerkrankungen im Bauchraum spezialisiert. Die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit stellt sicher, dass jede Patientin und jeder Patient eine individuelle und leitliniengerechte Therapie erhält. Die Birkesdorfer Chirurgie verfügt gemeinsam mit der Anästhesie über besondere Expertise in der Behandlung jungen Patientinnen und Patienten. Zudem sichert Dr. Meibert und sein Team die chirurgische Notfallversorgung von Kindern und Jugendlichen nach Arbeits- und Schulunfällen. Insgesamt eine Spezialisierung, die früher undenkbar war und die heute in Kombination mit der kindgerechten Anästhesie eine altersgerechte Versorgung darstellt.
Ein Blick zurück auf eine Chirurgie unter extremen Bedingungen
Was heute mit millimetergenauer Instrumentenführung und minimalsten Zugängen gelingt, war vor vielen Jahren kaum vorstellbar. „Wenn ich mir vorstelle, unter welchen Bedingungen die Chirurgen zur Gründungszeit unseres Krankenhauses gearbeitet haben, ist die Entwicklung unseres Fachs atemberaubend“, sagt Dr. Meibert. Anfang der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bedeuteten Operationen für die Patienten extreme Schmerzen, wirksame Narkoseverfahren waren kaum etabliert, das Infektionsrisiko war enorm. Erst mit der Einführung moderner Narkosemittel und antiseptischer sowie aseptischer Verfahren gegen Ende des 19. Jahrhunderts veränderte sich die Chirurgie grundlegend: Instrumente wurden sterilisiert, Operationssäle hygienisch optimiert. Die Sterblichkeit sank drastisch und der Grundstein für die moderne operative Medizin war gelegt.
Bereits 1909 hielt am St. Marien-Hospital ein Röntgengerät Einzug und erstmals waren Blicke ins Körperinnere möglich, ohne operativ eingreifen zu müssen. Die Entdeckung der Antibiotika ermöglichte zunehmend komplexe Eingriffe mit deutlich geringeren Risiken. Und die Endoskopie entwickelte sich vom technisch begrenzten Diagnosewerkzeug zum unverzichtbaren Bestandteil moderner Therapie. Heute nimmt sie am St. Marien-Hospital eine Schlüsselrolle in der Versorgung von Erkrankungen des Verdauungstrakts ein, in enger Zusammenarbeit mit der Chirurgie.
Die 1980er Jahre brachten den wohl markantesten Einschnitt: die minimalinvasive Chirurgie. Kleine Zugänge statt großer Schnitte, weniger Schmerzen, schnellere Genesung, kürzere Krankenhausaufenthalte. „Diese Entwicklung hat unser Fach revolutioniert“, so Dr. Meibert. „Die robotisch assistierten Instrumente, die wir heute einsetzen, sind die konsequente Weiterentwicklung dieses Weges mit mehr Präzision, mehr Schonung, mehr Sicherheit für unsere Patientinnen und Patienten. Ich bin stolz, dieses Erbe weiterzuführen und gemeinsam mit meinem Team die Chirurgie in Düren auf höchstem Niveau zu gestalten.“
Mehr Informationen zum 150-jährigen Jubiläum finden Interessierte unter www.marien-hospital-dueren.de.
Weitere Informationen: Josefs-Gesellschaft gAG, Köln
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Foto (© St. Marien-Hospital): Robotische Chirurgie heute im St. Marien-Hospital in Düren
Foto (© St. Marien-Hospital): Historisches OP-Foto im St. Marien-Hospital in Düren