Operative Gynäkologie

In der Frauenheilkunde stehen alle fachspezifischen diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen zur Verfügung. Dies spiegelt sich  in der vollen Weiterbildungsermächtigung  für das Fachgebiet "Frauenheilkunde und Geburtshilfe" sowie in der Anerkennung des Schwerpunktes "Gynäkologische Onkologie" wider. Ebenso besteht eine Anerkennung ("MIC II") durch die Arbeitsgemeinschaft für Gynäkologische Endoskopie (AGE) als Zentrum für minimalinvasive Chirurgie (z.B. Gebärmutter- und Bauchspiegelung). Die spezielle gynäkologische Diagnostik erfolgt in der neuen, nach dem modernsten Stand der medizinischen Technik ausgestatteten Ambulanz.

Neben der Sonographie an zwei hochleistungsfähigen Ultraschallgeräten mit der Möglichkeit der Farbdoppler- und 3D-Sonografie sowie der Urodynamik steht auch die Methode der Videokolposkopie zur Verfügung, mit deren Hilfe auffällige Befunde des Genitales der Patientin direkt an einem Zusatzmonitor gezeigt werden können. In der Ambulanz erfolgt auch die Abklärung von unerfülltem Kinderwunsch, wiederholten Fehlgeburten, hormonbedingten Unregelmäßigkeiten in der Geschlechtsreife und nach den Wechseljahren sowie von kindergynäkologischen Fragestellungen.

Etwa 85 % der durchgeführten Operationen erfolgen stationär, 15 % ambulant. Jährlich werden etwa 400 minimalinvasive Eingriffe vorgenommen wie diagnostische und operative Hysteroskopien (Gebärmutterspiegelungen) sowie diagnostisch-operative Pelviskopien (Bauchspiegelungen mit Eingriffen an den Eierstöcken, Eileitern oder an der Gebärmutter). Auch die Teilentfernung der Gebärmutter mittels Bauchspiegelung (LASH) wird durchgeführt. Durch einen eigenen urodynamischen Messplatz in der Ambulanz ist eine detaillierte Diagnostik und damit auch eine gezielte operative Therapie der Harninkontinenz möglich. Senkungszustände der Scheide und operative Korrekturen der Harninkontinenz werden individuell durch vaginale oder abdominale, zum Teil minimalinvasive Eingriffe behoben (Hebung der Scheide, Befestigung der Scheide an den Beckenbändern oder am Kreuzbein, TVT-Operation). Große onkologische Operationen (z. B. bei Tumoren im Unterleib mit Lymphknotenentfernung sowie Krebsoperationen an der Brust (brusterhaltende und wiederherstellende Eingriffe) unter Anwendung der Wächterlymphknotenbiopsie (Sentinel-node-Biopsie) sind weitere Möglichkeiten der operativen Behandlung.  Bei entsprechender Notwendigkeit werden größere gynäkologisch-onkologische Operationen auch interdisziplinär mit den Chirurgen des St. Marien-Hospitals und mit den Urologen des Städtischen Krankenhauses Düren durchgeführt. Die oft notwendige Folgebehandlung durch Chemotherapie, Antikörper oder Hormone  kann ambulant durchgeführt werden (MVZ Onkologie des St. Marien-Hospitals). Die Abteilung ist Gründungsmitglied des Euregio-Brustzentrums (EBZ) und des Brustzentrums Düren. Innerhalb des Zentrums wird interdisziplinär mit Spezialisten anderer Kliniken kooperiert.