Kinder- und jugendpsychiatrische Traumaambulanz für Betroffene der Flutkatastrophe

Liebe Kinder, liebe Jugendliche, liebe Eltern und Bezugspersonen,

unermessliches Leid, unglaubliche Bilder und unvorstellbare Verluste: Die Hochwasserkatastrophe Mitte Juli hat bei vielen Menschen sowohl körperliche als auch seelische Spuren hinterlassen – nicht nur bei den erwachsenen Opfern, Betroffenen und Helfern, sondern auch bei Kindern und Jugendlichen. Einigen gelingt die Verarbeitung dieser erschütternden Erfahrungen ohne weitere Folgen; andere können eine seelische Verletzung (Psychotrauma) davontragen, deren Folgen oft erst nach einem größeren zeitlichen Abstand zu dem Erlebten auftreten.

Seid Ihr, sind Sie von der Flutkatastrophe betroffen? Habt Ihr, haben Sie eine seelische Belastung erfahren? Um Kindern, Jugendlichen und deren Eltern bei Verdacht auf Vorliegen eines Psychotraumas schnellstmögliche Hilfe anbieten zu können, haben wir im Rahmen unserer Traumaambulanz ab sofort eine Beratungshotline eingerichtet.

Unser Angebot:

  • psychologische Beratung, Begleitung und Unterstützung
  • Abklären, ob eine seelische Belastung vorliegt
  • Erarbeiten von Lösungsansätzen zur Traumaverarbeitung
  • zeitnahe Vergabe von Therapieterminen für Traumatisierte
  • Erste-Hilfe-Maßnahmen (bis zu fünf Therapiestunden)
  • Vermittlung weiterer Ansprechpartner...


Die Telefonnummer der Traumaambulanz: 02421-805-277.

Sollten wir den Anruf nicht direkt entgegennehmen können, rufen wir Euch/Sie während unserer Öffnungszeiten zeitnah zurück – in der Regel innerhalb von einer Stunde.

Traumaambulanz:

Unsere Traumaambulanz ist an die Kinder- und Jugendpsychiatrie und an das Sozialpädiatrische Zentrum (SPZ) angebunden, sodass wir für die betroffenen Kinder, Jugendlichen und Eltern auch eine ärztlich-psychiatrische Versorgung sicherstellen können.

Sozialpädiatrisches Zentrum: Dr. med. Stephan Grothe
Kinder und Jugendpsychiatrie: Dr. med. Bodo Müller
Koordination: Dipl.-Psych. Beate Seliger
Telefon: 02421-805-277
Telefax: 02421-805-262
E-Mail: trauma.birkesdorf@ct-west.de

Was ist ein Trauma?

Bereits Kinder und Jugendliche können erschütternden Erfahrungen ausgesetzt sein. Solche traumatisierenden Erlebnisse, die plötzlich und unvorbereitet in ein Leben brechen, können z.B. sein:

  • Verkehrsunfälle als Beteiligte oder Augenzeuge
  • Beobachtete und erlebte Gewalt z.B. Überfall, Misshandlung, Vergewaltigung
  • Todesfälle in der Familie z.B. erlebter Tod eines nahen Angehörigen, Selbstmord
  • Naturkatastrophen
  • Bedrohungserlebnisse

Woran erkennt man ein Trauma?

Ein Teil der Kinder und Jugendlichen verarbeitet diese für sie traumatischen Erlebnisse ohne weitere Folgen. Bei einigen können jedoch auch in größerem zeitlichen Abstand zu dem Erlebnis Probleme auftauchen:

  • Schlafstörungen
  • Albträume
  • Verhaltensauffälligkeiten
  • Verlust von Interesse
  • Rückzug aus gemeinsamen Unternehmungen
  • Unruhe
  • Aggressivität
  • Lernstörungen
  • Traurigkeit

Trauma und Traumaambulanz:

Diese Schwierigkeiten können auch im größeren zeitlichen Abstand nach dem traumatisierenden Ereignis das Erleben und Verhalten eines Kindes oder Jugendlichen beeinflussen; sie können möglicherweise bis in das Erwachsenenalter hinein wirken. Die Traumaambulanz bietet zeitnah einen Termin zur Klärung der wichtigsten Fragen.

Info-Flyer "Traumaambulanz" zum Herunterladen